Herzlich Wilkomen

Herzlich willkommen!!
Am 29.04. gehts für mich los in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten!

In dem Land, das einen aufgepumpten Ösi, zum Gouverneur gewählt hat, und in dem man in (theoretisch) vom Tellerwäscher zum Millionär werden kann, will auch ich mein Glück versuchen!
Sollten fünf Monate nicht reichen um mich mit einem hochhonorierten Politischen Amt betieteln zu lassen oder mich mit einer Schnapsidee zum Millionär zu machen, oder beides zusammen, komme ich halt wieder.

Dieser Blogg soll dazu dienen, von meinen Erfolgen zu berichten! ;)

Viel Spaß beim Lesen

Donnerstag, 16. August 2012

Dienstag - Wandertag, Mittwoch - Kunst

Salut,

Am Montagabend sind wir, nach kurzer Orientierungsphase, in Montreal bei unserm Host Eric angekommen. Der sehr linksorientierte Student, der ein ausgesprochen guter Koch ist, und seine Mitbewohnerin, Anni, ebenfalls Studentin, haben uns erst mal herzlich in ihrer kleinen, aber gemütlichen Wohnung empfangen. Salat, frisches Baguette und eine äußerst delikate Lasagne wurden aufgetischt und nachdem alle satt waren wurde der Abend mit ein paar Kaltgetränken noch recht heiter.

Nachdem wir am Dienstag selbstgebackene Crepes mit, von Erics Familie hergestelltem, Ahornsirup und einer kleinen Käseauswahl mit Brot gefrühstückt hatten, wurde es ernst.

Eric hatte sich für uns eine Stadtführung ausgedacht, welche so ziemlich alle Sehenswürdigkeiten, bis auf das Olympiastadion beinhaltete. Da Montreal echt groß ist und es somit einiges zu sehen gab, warnte Eric uns vor und überschlug die Strecke auf ca. 15km. Da er am Vorabend aber auch unsere Reise auf 60.000km geschätzt hatte, wussten wir nicht ob wir seiner Angabe vertrauen sollten, und haben es auf uns zu kommen lassen.
Jonas und David auf dem Markt

Unser erster Stopp war der Marché Jean-Talon. Einer der größten offenen Märkte in Nordamerika, wie unser Guide uns erklärte. Hier schlenderten wir durch die Obst-, Gemüse und Käsestände und griffen hier und da eine Hand voll Probiererle ab. Wirklich sehenswert war die Käseauswahl. In den USA gab es überall nur Schmelzkäse, Analogkäse & Co., hier jedoch gab es von Gorgonzola über Brie und andere Köstlichkeiten alles, was mein Käseliebhaberherz begehrte.

Der Markt war so ziemlich an der Grenze von Chinatown und Little Italy. Durch letzteres hindurch sind wir dann auch weiter gelaufen. Immer wieder gab es geschichtliche und politische Inputs von Eric, der sich wirklich mit Quebec auskennt. 

in der Bagelbäckerei

In Little Italy sind wir dann zu einer Bagel-Bäckerei gelaufen. Hier gab es Ofenfrische Bagels mit Frischkäse. Die Bagels aus Montreal sind nicht mit ihren Namensvettern aus den USA zu vergleichen. Von Hand geformt, frisch duftend, locker und lecker sind sie eine wahrer Genuss und erinnern, wie so vieles hier daran, dass hier vieles aus Frankreich stammt, und die Franzosen halt wissen, wie man lebt.

umfunktionierte Kirche

Auch ganz cool war eine „alte“ Kirche in Little Italy, welche in Wohnraum umgewandelt wurde. Eric gab uns zu wissen, dass diese Wohnungen in Montreal wegen ihrer Exklusivität heiß begehrt und von daher unbezahlbar seien.

was ist denn das?

ciao petite Italie


Durch ein paar andere Viertel gelangten wir schließlich zum Parc du Mont Royal. Der Mont Royal ist der höchste Punkt in Montreal und ist auf verschiedene Wege zu erreichen. Eric fand die normalen Lauf- und Wanderwege zu mainstream und so ging es für uns querfeldein durchs Gelände. Zwischenzeitlich war es so steil, dass es mehr an Klettern als an Laufen erinnerte, und bei gefühlten  34°C und einer enorm hohen Luftfeuchtigkeit, kamen wir ganz schön ins Schwitzen.

Jonas, die alte Gämse

schwindelerregende Höhen
 
Oben angekommen bestach der Mont Royal jedoch mit einer gigantischen Aussicht über die ganze Stadt mit ihren markanten Gebäuden, wie dem Olympiastadion, der Skyline und den Universitäten und nicht zuletzt den vielen Brücken, die über den Fleuve Saint-Laurent auf die Ile Sainte-Helene führen.

Skyline

David strahlt, weil die Sonne scheint

wir mit Annie

Stadt mit Olympiastadion
Nach dem Abstieg ging es durch das französische Downtown, was natürlich voll toll war, in das, laut Eric shitty Downtown, was eben nur aus Hochhäusern und Touristen bestand.


In der ganzen Stadt sind immer wieder junge Menschen mit roten Ansteckern zusehen. Eric, der selbst auch so einen Anstecker trägt hat uns darüber aufgeklärt, dass die Studenten hier seit Februar streiken und man sich mit dem Anstecker solidarisch zu den Streikern zeigt. Wirken ein bisschen wie Stuttgart 21-Gegner…ein bisschen niedlich… und der Protestmarsch, den wir gestern Abend gesehen haben war auch eher so Mickey Mouse Tretroller…wie die S21-Gegner halt. ;)

Eric hat uns aber grade erklärt, dass die Studenten hier grade Ferien haben, und darum nicht so viele zum Protestieren da sind. Was uns aber wirklich angemacht hat, sind die Pfannenproteste. Keiner weiß wofür, aber hier gehen die Leute mit Pfannen auf die Straße um dann Krach zu machen…

Bild zum Pfannenprotest
 
In Downtown gabs dann noch ne Menge Statuen und Denkmäler. Eric wusste zu jedem viel zu erzählen und so bekamen wir auf dem Weg zum Hafen einiges zu hören.

Nachbau des Petersdom

minni Statue, auf den Sockel kommt es an

Am lustigsten ist eigentlich die Geschichte der Minni-Statue. Dier wurde von Englang gespendet, nachdem ein Kapitän aus Quebec eine Seeschlacht gewonnen hatte. In Montreal war man dementsprechend stolz und Sammelte Geld um einen würdigen Sockel für die, bis dahin noch nicht gesehene Statue, zu bauen. Als die Statue geliefert wurde, machten die Quebecien jedoch lange Gesichter, denn mit einer Höhe von ca. 1,5m wirkt die Statue auf den ca. 8m Hohen Sockel wie eine Tip-Kick-Figur.

Vor dem Nachbau des Notre Dame sind wir dann noch in den Dreh irgendeiner Comedy-Show rein geraten, bzw. konnten zu schauen, wie ein alter Mann mit Gehhilfe Autofahrer verarscht.

Alter Mann legt Verkehr lahm

Notre Dame in klein
 
Die beiden Häfen, den alten und den Neuen haben wir dann auch angeschaut. Hier stechen einem vor allem die Heruntergekommenen riesigen Industriebauten ins Auge.

eine der vielen verrotteten Firmen
Von hier aus sind wir dann in Richtung Sainte-Catherine, gelaufen. Dies ist die Straße, außerhalb der Touristenviertel, mit den meisten Bars und Restaurants. In einer Nebenstraße befindet sich auch das Restaurant, in dem Eric nebenher als Koch arbeitet. Im la Paryse endete unsere Stadtführung dann auch. Nach über sechs Stunden Fußmarsch, waren wir völlig platt. Eric hatte uns den Specialburger empfohlen, welcher uns auch sehr mundete. Der auf einem Sesambrötchen angerichtete Burger wurde durch Ziegenfrischkäse und Bacon zu einem Gedicht. Die Stärkung reichte aber leider nicht aus um ins Montrealer Nachtleben zu starten, zu viel Energie hatten wir bei der Wanderung verloren, und fahren so mit der Metro nach Hause.

le Burgööör

interessantes Wahlplakat

Mittwoch war erst mal ausschlafen angesagt. Nach einem Frühstück/Lunch auf dem Markt, wo ich den besten Pfirsich meines Lebens gegessen habe, wollten wir eigentlich Deutschland vs. Argentinien anschauen. Leider hatten wir ein kleines Internetproblem und so wurde der Mittag eben mit Wizzard auf dem Balkon verbracht.

Für den Abend hatte wir uns vorgenommen ins Musée d’art contemporain, kurz MAC zu gehen, da mittwochs ab fünf alle Museen gratis sind. Nach einer guten Stunde im Museum haben wir uns noch eine Graffiti-Ausstellung angeschaut. Die Peint Frais kooperiert jedes Jahr mit dem Under Pressure Graffiti-Festival und stellt Werke von lokalen Künstlern aus.

cooles bild

der Lagerklos

hier hab ich meine kontaktlinsen verloren

coole installation aus karton
Danach gab es dann noch ein paar Dosen White Trash, wie die Amerikaner es nennen, bevor wir uns wieder zurück in unser Heim und Bett begaben.

Au revoir, bis dään!



Quotes:
-          - Jonas denkt Katzen würden Eier legen
-          - Jonas hat auf dem Boden geschlafen, obwohl er ein Bett hat...HaHa, sau lustig, so fühlt sich das an Jonas!
-          - Jonas sucht immer Streit…Felix hätte ihn früher öfter verhauen sollen
-          - Davidö liebt selbstportraits
-          - Klausmann hat seine letzte Prüfung am 20.9., drückt ihm bitte die Daumen!

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