Salut,
Am Montagabend sind wir, nach kurzer Orientierungsphase, in
Montreal bei unserm Host Eric angekommen. Der sehr linksorientierte Student,
der ein ausgesprochen guter Koch ist, und seine Mitbewohnerin, Anni, ebenfalls
Studentin, haben uns erst mal herzlich in ihrer kleinen, aber gemütlichen
Wohnung empfangen. Salat, frisches Baguette und eine äußerst delikate Lasagne
wurden aufgetischt und nachdem alle satt waren wurde der Abend mit ein paar
Kaltgetränken noch recht heiter.
Nachdem wir am Dienstag selbstgebackene Crepes mit, von
Erics Familie hergestelltem, Ahornsirup und einer kleinen Käseauswahl mit Brot
gefrühstückt hatten, wurde es ernst.
Eric hatte sich für uns eine Stadtführung ausgedacht, welche
so ziemlich alle Sehenswürdigkeiten, bis auf das Olympiastadion beinhaltete. Da
Montreal echt groß ist und es somit einiges zu sehen gab, warnte Eric uns vor
und überschlug die Strecke auf ca. 15km. Da er am Vorabend aber auch unsere
Reise auf 60.000km geschätzt hatte, wussten wir nicht ob wir seiner Angabe
vertrauen sollten, und haben es auf uns zu kommen lassen.
| Jonas und David auf dem Markt |
Unser erster Stopp war der Marché Jean-Talon. Einer der
größten offenen Märkte in Nordamerika, wie unser Guide uns erklärte. Hier
schlenderten wir durch die Obst-, Gemüse und Käsestände und griffen hier und da
eine Hand voll Probiererle ab. Wirklich sehenswert war die Käseauswahl. In den
USA gab es überall nur Schmelzkäse, Analogkäse & Co., hier jedoch gab es
von Gorgonzola über Brie und andere Köstlichkeiten alles, was mein
Käseliebhaberherz begehrte.
Der Markt war so ziemlich an der Grenze von Chinatown und
Little Italy. Durch letzteres hindurch sind wir dann auch weiter gelaufen.
Immer wieder gab es geschichtliche und politische Inputs von Eric, der sich
wirklich mit Quebec auskennt.
| in der Bagelbäckerei |
In Little Italy sind wir dann zu einer Bagel-Bäckerei
gelaufen. Hier gab es Ofenfrische Bagels mit Frischkäse. Die Bagels aus
Montreal sind nicht mit ihren Namensvettern aus den USA zu vergleichen. Von
Hand geformt, frisch duftend, locker und lecker sind sie eine wahrer Genuss und
erinnern, wie so vieles hier daran, dass hier vieles aus Frankreich stammt, und
die Franzosen halt wissen, wie man lebt.
| umfunktionierte Kirche |
Auch
ganz cool war eine „alte“ Kirche in Little Italy, welche in Wohnraum
umgewandelt wurde. Eric gab uns zu wissen, dass diese Wohnungen in Montreal wegen
ihrer Exklusivität heiß begehrt und von daher unbezahlbar seien.
| was ist denn das? |
| ciao petite Italie |
Durch ein paar andere Viertel gelangten wir schließlich zum
Parc du Mont Royal. Der Mont Royal ist der höchste Punkt in Montreal und ist
auf verschiedene Wege zu erreichen. Eric fand die normalen Lauf- und Wanderwege
zu mainstream und so ging es für uns querfeldein durchs Gelände. Zwischenzeitlich
war es so steil, dass es mehr an Klettern als an Laufen erinnerte, und bei
gefühlten 34°C und einer enorm hohen
Luftfeuchtigkeit, kamen wir ganz schön ins Schwitzen.
| Jonas, die alte Gämse |
| schwindelerregende Höhen |
Oben angekommen bestach der Mont Royal jedoch mit einer
gigantischen Aussicht über die ganze Stadt mit ihren markanten Gebäuden, wie
dem Olympiastadion, der Skyline und den Universitäten und nicht zuletzt den
vielen Brücken, die über den Fleuve Saint-Laurent auf die Ile Sainte-Helene
führen.
| Skyline |
| David strahlt, weil die Sonne scheint |
| wir mit Annie |
![]() |
| Stadt mit Olympiastadion |
Nach dem Abstieg ging es durch das französische Downtown,
was natürlich voll toll war, in das, laut Eric shitty Downtown, was eben nur
aus Hochhäusern und Touristen bestand.
In der ganzen Stadt sind immer wieder junge Menschen mit
roten Ansteckern zusehen. Eric, der selbst auch so einen Anstecker trägt hat
uns darüber aufgeklärt, dass die Studenten hier seit Februar streiken und man sich
mit dem Anstecker solidarisch zu den Streikern zeigt. Wirken ein bisschen wie
Stuttgart 21-Gegner…ein bisschen niedlich… und der Protestmarsch, den wir
gestern Abend gesehen haben war auch eher so Mickey Mouse Tretroller…wie die
S21-Gegner halt. ;)
Eric hat uns aber grade erklärt, dass die Studenten hier
grade Ferien haben, und darum nicht so viele zum Protestieren da sind. Was uns
aber wirklich angemacht hat, sind die Pfannenproteste. Keiner weiß wofür, aber
hier gehen die Leute mit Pfannen auf die Straße um dann Krach zu machen…
| Bild zum Pfannenprotest |
In Downtown gabs dann noch ne Menge Statuen und Denkmäler.
Eric wusste zu jedem viel zu erzählen und so bekamen wir auf dem Weg zum Hafen
einiges zu hören.
| Nachbau des Petersdom |
| minni Statue, auf den Sockel kommt es an |
Am lustigsten ist eigentlich die Geschichte der Minni-Statue.
Dier wurde von Englang gespendet, nachdem ein Kapitän aus Quebec eine
Seeschlacht gewonnen hatte. In Montreal war man dementsprechend stolz und
Sammelte Geld um einen würdigen Sockel für die, bis dahin noch nicht gesehene
Statue, zu bauen. Als die Statue geliefert wurde, machten die Quebecien jedoch
lange Gesichter, denn mit einer Höhe von ca. 1,5m wirkt die Statue auf den ca.
8m Hohen Sockel wie eine Tip-Kick-Figur.
Vor dem Nachbau des Notre Dame sind wir dann noch in den
Dreh irgendeiner Comedy-Show rein geraten, bzw. konnten zu schauen, wie ein
alter Mann mit Gehhilfe Autofahrer verarscht.
| Alter Mann legt Verkehr lahm |
| Notre Dame in klein |
Die beiden Häfen, den alten und den Neuen haben wir dann
auch angeschaut. Hier stechen einem vor allem die Heruntergekommenen riesigen
Industriebauten ins Auge.
| eine der vielen verrotteten Firmen |
Von hier aus sind wir dann in Richtung Sainte-Catherine,
gelaufen. Dies ist die Straße, außerhalb der Touristenviertel, mit den meisten
Bars und Restaurants. In einer Nebenstraße befindet sich auch das Restaurant,
in dem Eric nebenher als Koch arbeitet. Im la Paryse endete unsere Stadtführung
dann auch. Nach über sechs Stunden Fußmarsch, waren wir völlig platt. Eric
hatte uns den Specialburger empfohlen, welcher uns auch sehr mundete. Der auf
einem Sesambrötchen angerichtete Burger wurde durch Ziegenfrischkäse und Bacon
zu einem Gedicht. Die Stärkung reichte aber leider nicht aus um ins Montrealer
Nachtleben zu starten, zu viel Energie hatten wir bei der Wanderung verloren,
und fahren so mit der Metro nach Hause.
| le Burgööör |
| interessantes Wahlplakat |
Mittwoch war erst mal ausschlafen angesagt. Nach einem
Frühstück/Lunch auf dem Markt, wo ich den besten Pfirsich meines Lebens
gegessen habe, wollten wir eigentlich Deutschland vs. Argentinien anschauen. Leider
hatten wir ein kleines Internetproblem und so wurde der Mittag eben mit Wizzard
auf dem Balkon verbracht.
Für den Abend hatte wir uns vorgenommen ins Musée d’art contemporain,
kurz MAC zu gehen, da mittwochs ab fünf alle Museen gratis sind. Nach einer
guten Stunde im Museum haben wir uns noch eine Graffiti-Ausstellung angeschaut.
Die Peint Frais kooperiert jedes Jahr mit dem Under Pressure Graffiti-Festival
und stellt Werke von lokalen Künstlern aus.
| cooles bild |
| der Lagerklos |
| hier hab ich meine kontaktlinsen verloren |
| coole installation aus karton |
Danach gab es dann noch ein paar Dosen White Trash, wie die
Amerikaner es nennen, bevor wir uns wieder zurück in unser Heim und Bett
begaben.
Au revoir, bis dään!
Quotes:
-
- Jonas denkt Katzen würden Eier legen
-
- Jonas hat auf dem Boden geschlafen, obwohl er
ein Bett hat...HaHa, sau lustig, so fühlt sich das an Jonas!
-
- Jonas sucht immer Streit…Felix hätte ihn früher
öfter verhauen sollen
-
- Davidö liebt selbstportraits
-
- Klausmann hat seine letzte Prüfung am 20.9.,
drückt ihm bitte die Daumen!

der lukas hat es!!! hundertpro
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