Hi,
ich mal wieder!
Wir sind gestern Nachmittag in Calgary angekommen. Calgary
ist die drittgrößte Stadt Canadas und hat ca. 1,23 Mio. Einwohner. Die Stadt
ist nicht mehr als hundert Jahre alt, bezeichnet sich jedoch selbst als
Cowboycity. Hier wird jedes Jahr ein gigantisches Rodeo und Reitfestival abgehalten,
am bekanntesten sollte die Stadt jedoch von den olympischen Winterspielen von
1988 sein, die hier ihre ausgetragen wurden. Ansonsten ist Calgary eher
langweilig…
Genug gelernt, nun zu uns!
Jonas, David und ich sind in Calgary bei einem sehr coolen
Host untergekommen. TJ, ein Ire, der seit er vierzehn war, in Calgary lebt,
arbeitet selbstständig als Autor und Reporter für Sportmagazine. Er lebt ein
paar Blocks von Downtown entfernt und hat uns ein eigenes Zimmer in seiner
recht komfortablen Wohnung überlassen. Er selbst ist sau cool und hat, im
Gegensatz zu Calgary, ne Menge zu bieten. Der Abend mit ihm, den wir in einer
gemütlichen Bar verbracht haben, war also sehr amüsant, da er sehr viele
lustige Geschichten erzählte und seine Wahlheimat, von der jeder sagt, sie sei
sehr, sehr langweilig, zu einem recht lustigen Ort machte.
Jonas und David schlafen noch und ich hab mich als
Frühaufsteher bereit erklärt, die Wäsche
zu waschen. Nach zwei Nächten im Bus ist so ein richtiges Bett aber auch was Schönes…
Die letzten Tage waren wirklich schön. Drum folgt nun ein
mittellanger bis ausführlicher Bericht. Um euch wirklich Gegendarstellungen,
andere Ansichten oder brisante Hintergrundinformationen zu holen, checkt
einfach den
TourbloK.
Am Samstag mussten wir um elf aus dem Hostel auschecken.
Nachdem wir das günstige aber wirklich gute Hostelfrühstück gegessen hatten,
unsere sieben Sachen gepackt und im Bus verstaut hatten, haben wir noch eine
kleine Runde durchs Viertel gedreht um uns erneut ein Bild von Horror on
Hastings zu machen. Der Kontrast den man
hier erlebt, wenn man von einer belebten, mit Geschäften und Caffees gesäumten
Straße in die Hastings abbiegt, die ziemlich herruntergekommen ist und hunderte
menschliche Wracks beherbergt, ist einfach zu krass.
Nach dem Abstecher sind wir zum Stanley Park gefahren.
Dieser liegt nordwestlich von Downtown und ist der größte Park in Vancouver.
Der ca. 405 Hektar große Park zählt zu
den größten in Nordamerika und wird von vielen auch als einer der schönsten
bezeichnet.
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| the Jonasbrothers |
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| Seewalk |
Der Seewalk ist ein Fuß-/Radweg, der einmal um die Halbinsel
herum führt und eine gigantische Aussicht auf die Stadt und die Bucht bietet. Wir
sind nur einen Teil gelaufen und sind dann wider in den Van und ab in Richtung
Norden.
Unser nächstes Ziel sollte Whistler sein. Der Austragungsort
der alpinen Wintersportwettkämpfe bei den olympischen Spielen 2010 lag quasi
auf unserer Strecke nach Calgary und wir drei waren wirklich sehr gespannt auf
den Skiort.
Die Fahrt nach Whistler bot uns dann Canada, wie wir es uns
vorgestellt hatten. Berge, Bäume und Seen. Und dies wiederholte sich, immer wieder,
immer wieder! Eine fantastische Aussicht folgte der nächsten und ein
einladender See folgte dem nächsten. Nach zwei Dritteln der Fahrt nach Whistler
machten wir Stop an einem dieser Seen um uns abzukühlen und um etwas zu essen.
Humus, Brot und gar nicht mal ganz so kaltes Wasser, hier konnte man es
wirklich aushalten.
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| Pack die badehose ein... |
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| Wasserspass |
Nach einer weiteren knappen Stunde Fahrt durch Wald und
Berge gelangten wir schließlich nach Whistler. Unser Plan war eigentlich eines
der zahlreichen Sportangebote der Stadt zu nutzen und eine Nacht in Whistler zu
verbringen. Downhill-Mouintainbiking war eigentlich unser Favorit,
Wildwasserrafting oder eine Gletscherwanderung, verbunden mit der Fahrt mit der
Peak to Peak Gondel , waren aber auch Teil unserer Überlegungen. Jedoch mussten
wir nach dem ausführlichen Studium der Angebote leider erkennen, dass die
Auswahl zwar groß, die Preise jedoch um einiges größer waren.
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| Olympia |
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| fauler Jonas liegt nur rum |
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| David bei seinem T-Shirt Ritual |
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| Olympic Plaza in Whistler |
Neuer Plan: Strecke gut machen und an irgendeinem schönen
Ort halten, essen und dann in die Nacht hinein fahren und irgendwo im Wald
schlafen. Unser Abendessen haben wir dann an einem weiteren See, ca. eine halbe
Stunde außerhalb von Whistler zu uns genommen. Spaghetti mit Pesto! WOW! Ich
kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal Spaghetti mit Pesto gegessen
habe, aber dieses Gericht war der Hammer! Mit einem lauten „Nudeln, ich hab
euch so vermisst!!!“ gab‘s die letzte Gabel und danach Entspannung beim
Sonnenuntergang am See. Da wir mittlerweile ungestört waren, konnten wir auch
unserem eigenen Funsport nachgehen. Golf! In Vancouver haben wir in einem
weiteren Second-hand-Shop für fünf Dollar einen Driver erstanden. Dieser musste
getestet werden.
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| wunderschöne Aussicht |
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| Chilln nach dem Essen...Jonas schreibt die Gedicht Postkarten |
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| Jonas mit dem Driver |
Nach zwei Abschlägen von jedem haben wir dann unser Zeug zusammen
gepackt und sind in die Nacht hinein gefahren. Auf der Fahrt haben wir uns
immer nach einem geeigneten Parkplatz zum Schlafen umgeschaut und sind nach
zwei Stunden Fahrt fündig geworden. Eine sehr lustige Situation ergab sich, als
wir unabsichtlich von der Landstraße runter und in einem Dorf gelandet sind.
Nach herumirren im Dorf sind wir schließlich zu einem verwirrten Typ und haben
ihn gefragt, wie man denn am schnellsten nach Calgary käme. Seine Verwirrung
war berechtigt, denn ich glaube jeder wäre verwirrt, wenn er mitten in der
Nacht gefragt werden würde, wie man denn am schnellsten nach, nu ja, was ist
12h entfernt…Barcelona fährt.
Die Nacht war dann relativ entspannt. Auf einer kleinen
Parkbucht mitten im Gebirge haben wir uns eingerichtet. Da wir auf der Fahrt
ca. 100 Rehe und andere Tiere gesehen haben, waren wir uns sicher, dass es hier
vor Bären nur so wimmeln musste. Die Warnhinweise und Bärenbroschüren in
Whistler erledigten den Rest und so bewegten wir uns, vor allem weil es dunkel
war, nicht mehr als drei Meter vom Van weg. Am nächsten Morgen haben wir dann
auch direkt neben dem Auto eine Spur entdeckt, die der erfahrene Pfadfinder
David sofort als Bärentatze identifizierte.
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| Bärentatze?? |
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| Schlafsack lüften, und los! |
Sonntag wollten wir wieder einige Kilometer gut machen. Ohne
festes Ziel, machten wir uns in Richtung Calgary auf. Unsere Idee war, dass wir
durchfahren und überall anhalten, wo es uns gefällt. Erster Stopp war ein
Parkplatz mit gigantischer Aussicht über ein Tal. Hier gab es einen kleinen
Snack.
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| Smile! |
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| Smile! |
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| Smile! |
Der nächste Halt war ein See, welcher zur ersten Abkühlung
wurde. Hier frühstückten wir und konnten glücklicherweise unsere Trinkwasserreserven
auffüllen.
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| Hummus and Bread, sooo classy |
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| noch n see |
Gegen Nachmittag machten wir halt an einem weiteren See, in
welchem wir ins ne ganze Weile im Wasser vergnügten. Danach gab‘s ein Eis und
dann wurde die Fahrt fortgesetzt.
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| Yeahi, Top! |
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| Seeeee |
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| Wer ist eig. der Chef?? |
Am frühen Abend sind wir durch den Glacier Nationalpark
gefahren. Auf der Suche nach einem gemütlichen Platz zum Kochen gab es noch
einen kleinen Zwischenfall mit Stechmücken. Zwei Minuten bei offener Tür hatten
gereicht, den Bus mit ca. fünfhundert Mücken zu füllen. Auserhalb des Busses
waren noch weit mehr, die uns zur Flucht zwangen. Im Bus herrschte dann bei
offenen Fenstern heiteres Mückentöten. Ich habe nun ca. zehn Stiche, David geht
es genau so, nur Jonas ist irgendwie verschont geblieben.
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| Ort des Verbrechens, hier sind wir von Mücken in einen Hinterhalt gelockt worden |
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| Denkmal für die Straßenbauer/Straßenwacht |
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| Bär-Abschreck-Manöver-Training |
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| Jonas reitet die Lawinenkanone |
An einem Rastplatz namens Kicking Horse sind wir dann über
einen Privatweg, dessen Schild wir aber auf keinen Fall gesehen haben an einen
reißenden Fluss gekommen, an dem wir dann genüsslich und gemütlich frei von
Insekten unser Abendessen essen konnten!
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| Fluss und lachender David |
David hat sich hier vor Lachen auf den Boden geworfen, nachdem ich vor nem Hund ins Auto geflüchtet bin.
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| Natural Bridges |
Die Fahrt ging danach weiter, bis wir schließlich am Lake
Louise angekommen sind. Drei Stunden von Calgary entfernt schien der kleine
Ort, der von einem Gletscher, mit einem großen hellblau schimmernden See,
überragt wurde, perfekt zum Campen. Die roten Absperrbänder mit den
Warnhinweisen, die von einer Bärenplage in den letzten Tagen stammten wurden
ignoriert und nachdem wir den See im Sonnenuntergang abgelichtet hatten,
schlugen wir unser Nachtlager auf einem Parkplatz auf. Hier trafen wir zum
ersten Mal andere Reisende, die auch im Auto schliefen. Die vier Kanadier hatten
jedoch einen viel kleineren Van den sich immer zwei teilten, die anderen zwei
mussten ins Zelt. Gut für uns, denn so wussten wir, dass ein hungriger Bär wohl
zuerst die Zeltenden anknabbern würde.
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| Gletscher mit See und ich beim Posen |
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| Yeahi, Super Bild |
Am Montagmorgen sind wir dann in Bademontur zum Gletschersee
gelaufen. Alle anderen Touristen hatten Wanderstiefel, Rücksäcke, Bärenglocken
und Bärenspray dabei, wir waren mit FlipFlops, Boardshorts und Handtüchern
ausgestattet. Die wirren Blicke ignorierend sind wir (also die mutigen zwei von
uns) dann in den See gesprungen. Arschkalt, aber erfrischend!
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| Parkplatz |
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| kleines Tierle, was mit mir kämpfen wollte |
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| is it cold? |
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| Germanyyy |
Nachdem wir ins Wasser gesprungen sind und einfach nur noch schreien mussten, haben die Touris nicht schlecht geschaut als sie plötzlich ein lautes GERMANYYY hörten!
Die Fahrt nach Calgary war recht kurz. Am Ortseingang von
Calgary haben wir noch das Wintersportzentrum von Calgary und den
Olympiastützpukt besichtigt. Dort haben wir uns dann nochmal Nudeln gekocht.
Den Rest über Calgary habt ihr ja schon oben gelesen.
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| Fahrt nach Calgary |
Heute geht es wieder südwärts in die USA. Dort wollen wir in
den amerikanischen Glacier-Nationalpark und dann weiter in Richtung Yellowstone
Nationalpark. Von dort aus steht dann ein ewig langes Fahrtstück bis Chicago
vor uns, wo wir am Freitag ankommen wollen.
Das wars!
Danke fürs Zuhören/Lesen!
Zitate:
„Es ist eine Postkarte! Post per Karte! Postkarte!!“ - Lukas in der Diskussion mit Jonas ob ne Postkarte übers Internet ne Postkarte oder
ein E-postbrief ist…
„Komm wir gehen immer wieder durchs Hostel rein und ärgern
den Manager!“ - Jonas als wir am letzten Abend in Vancouver vom Manager der Bar,
wegen unseres Verhaltens vom Vorabend, rausgeworfen wurden. Dumm nur, dass wir
mit dem Hostelschlüssel immer wieder zum Hintereingang rein konnten…