Hi, sitze jetzt im Flughafen in Atlanta und warte auf meinen
Flug. Da David und Jonas recht früh nach LA abgeflogen sind, kann ich nun den
ganzen Tag im Sicherheitsbereich des Flughafens verbringen. Eigentlich gut, so
kann ich bissel was schreiben.
Wie schon zuvor erwähnt haben wir die letzten zwei Wochen
bei meinem Bruder in Gainesville verbracht. Dies war echt entspannend, da wir
außer Pool, und ein paar Ausflügen nicht viel zu tun hatten. Tat und dreien
vielleicht auch mal ganz gut, nach der ganzen Reiserei und der Kessi ist, so
wie ich ihn kennengelernt habe, eh für alles zu haben, was mit faul sein zu tun
hat.
| Matratzenlager bei Alex im Wohnzimmer |
| Haben fast jeden Abend für Alex gekocht |
| oh la la, la Poutine! |
| Verdammt gutes Tac-Blatt |
| AWESOME! Hab meine minni Cam repariert |
Highlights wurden auch schon im vorherigen Post erwähnt,
aber hier noch mal ein paar mehr Zeilen zu den Geschehnissen der letzten zwei
Wochen.
| Jonas Lieblingsbeschäftigung: grimmig Gucken (falls jemand von euch Boxer ist, und jemanden sucht, der im TV hinter ihm steht und böse/aggro schaut, ruft 1076-AGRO-JOE an) |
| andere Beschäftigung: Karten verschicken |
Football
Am Samstag waren wir bei den gro0en Georgia Bulldogs!
Ziemlich fett! Nach einer knappen dreiviertel Stunde fFahrt sind wir in Athens
angekommen, einer Universitätsstadt östlich von Gainesville. Die Bulldogs sind
so eine Art FC Bayern im Collegefootball und räumen immer wieder Pokale ab. Die
gesamte Stadt war im Gamedayfieber und alles war in Rot und Schwarz dekoriert.
Hier sah es mal wieder aus wie im Film und so einige
Klischees wie Grillen auf dem Parkplatz, abgefahrener Merchandise und
studentische Verbindungshäuser im Villastil bewahrheiteten sich mal wieder.
Unsere Tickets waren wohl gut, da relativ weit oben und man
her viel über Taktik usw. herausfinden konnte. Wir wollten jedoch lieber weiter
unten sitzen, wo man die Kolosse beim Aufprall richtig keuchen und die Knochen
im Ernstfall brechen hört. Pech gehabt, denn wir haben einfach zu früh
bestellt. Das Spiel war klasse, jedoch zur Halbzeit schon entschieden, da die
Dawgs schon über die doppelte Punktzahl hatten wie der erbärmliche Gegner aus
Florida.
Nach dem Spiel bestand die Option noch ein paar Partys zu
besuchen, jedoch hatte ein gewisser Herr Mauch seinen Ausweis komplett
vergessen, außerdem schlug die Müdigkeit zu wie Bud Spencer und wir machten uns
relativ früh auf den Heimweg.
WUSA
Ein weiteres Highlight war unser Wurstsalat. Nach
akribischer Forschung und verschiedenen Tests und Analysen, hatten wir eine
Wurst gefunden, die unseren Ansprüchen für einen guten Wurstsalat entsprach.
| Kitchen Madness |
| Jonas und sein geliebstes Opinell |
Kaltmamsell Jonas und ich nahmen die Herausforderung an und
schnitten, gleich einem Chirurgen, die Rädle in hauchdünne Wusa-Streifen.
Nachdem die gut 2,5kG Wurst und einige Zwiebeln, Gürkchen und Knoblauch
geschnitten waren und eine sehr deluxe Soße zubereitet war, hieß es WARTEN!
| Eine Schüssel voller Wuuussaaa-Wurst |
| Neuste Gadget zum Zwiebeln tränenfrei schneiden |
Das Warten zahlte sich wirklich aus und unser erster
selbstgemachter Wurstsalat war ein voller Erfolg. Und das nicht nur in
Angesicht der Tatsache, dass uns nur Amerikanische Produkte zur Verfügung standen.
| Da ist das Diiing! |
| Jonas schon in Wusa-Trance |
Atlanta
Einen Ausflug nach Atlanta hat Reiseleiter Kessler geplant.
Nachdem er sich zum wiederholten male erkundigt hatte, ob es uns allen gut
ginge, starteten wir eine kleine Sightseeingtour durch A-Town.
CNN, Downtown, Underground, Olympischer Park und Martin
Luther Kings Geburtshaus und Grab, sowie das Capitol standen auf dem Programm.
Als Abschluss folgte ein Dinner bei Hooters.
Wirklich in Erinnerung wird den anderen wohl nur Underground
Atlanta, der traurigste Ort der Welt, und der Weg zum M.L.K.J. bleiben. Auf dem
Weg haben wir uns wirklich unwohl gefühlt, da wir in Ecken waren, die sich
nicht vor der Bronx verstecken mussten…
POOL
Jaja, der Pool wurde von uns häufig besucht. Da David und
Jonas wieder viel in NZ unterwegs sein werden, war unser Leitmotiv für
Gainesville eigentlich „Entspannung“. Und diese fanden wir zumeist am Pool oder
auf Alex Balkon beim Tac. Bei angenehmen
26°C bis 36°C ließen es sich an den beiden Pools eigentlich immer gut
aushalten.
An den wenigen Regentagen haben wir uns dann halt nur auf den
Kraftraum, der fast jeden Tag besucht wurde, oder unsere Golftechnik
konzentriert…
| Trockenschlag... |
| uuund...Zack, den biologisch abbaubaren Ball in den See gefeuert! |
Nun ja, da meine Reise nun zu Ende ist, will ich auch diesen
Blog mit einem Fazit abschließen.
Die USA ist großartig! Es gibt wirklich viel Dummes, und ich
könnte stundenlang darüber herziehen und hetzen, was alle schief läuft in
diesem Land, doch dennoch, oder gerade deswegen mag ich die USA.
Auf meiner Reise habe ich echt viele Einblicke in die Kultur
und viel Kontakt zu Amerikanern aus allen Schichten und allen Altersgruppen
gehabt , und habe das amerikanische Volk mit seinen Eigenarten doch irgendwie
lieb gewonnen. Ich kann nicht sagen, dass ich den durchschnittlichen Amerikaner
vermissen werde, jedoch hat dieses Volk schon seinen Eindruck bei mir
hinterlassen. Es gibt genügend Blogs, Homepages und andere Medien in denen auf
den vorlauten, übergewichtigen, total übertrieben von sich selbst überzeugten, murxenden,
rechthaberischen, naiven, fastfoodverpesteten, konsumorientierten,
umweltverschmutzenden Amerikanern herumgehackt werden, und ich will auch nicht
leugnen, dass diese Adjektive auf einen Großteil, der sich „Amerikaner“ nennenden
Bevölkerung zutrifft, doch lässt man sich erst einmal auf die Menschen ein und
betrachtet dieses Volk, dieses „Kultürchen“, das noch in Kinderschuhen steckt,
ohne Vorurteile, kann man den Amerikanern auch viel Gutes abgewinnen.
Ein Bespiel dafür hat sich erst heute Morgen ergeben. Es
ging mal wieder über die Statussymbole der Amis und schnell kamen wir mal
wieder darauf, dass jeder Ami, ob arm oder reich, alt oder jung ein iPhone
besitzt. Alex hat den Sachverhalt dann ganz plausibel erklärt: „Die Amis haben
das Telefon erfunden, ist doch klar, dass die darauf stolz sind…viel mehr haben
die ja nicht hin bekommen!“
Ich bin vor allem von der stets positiven Einstellung der
Amis begeistert. Dieser Gedanke, alles schaffen zu können, wenn man nur will,
ist echt bemerkenswert! Klar, viele Amerikaner gehen zu weit und denken sie
könnten echt alles, wodurch wiederum viel Schrott entsteht. Zum Beispiel kann
eben nicht jeder einfach mal so ein Haus bauen, nur weil er sich einredet er
könne das, zumindest keines, was einem Hurricane standhält, oder gerade Wände
hat.
Über das amerikanische Volk und die Gesellschaft, mit seinen
positiven und negativen Seiten könnte ich noch ewig schreiben, mach ich aber
nicht…
Landschaftlich hat mich die USA wirklich geflashed! Hier hab
ich echt alles gesehen, Wüste, Meer, berge, Schluchten,…
Einmalig war die Golfküste, die mit New Orleans echt eine
Perle im Süden hat.
Der ganze Süden, welcher von den Amerikanern belächelt wird
und als Redneck-Region bezeichnet wird, hat seinen Charme und hat mich berührt.
Eine Interstate 40, welche mich einen Monat lang alleine begleitete und von Ost
nach West einen ganzen Kontinent durchquert hat mich genau so beeindruckt wie
die Ausmaße der Großstädte wie LA oder Atlanta.
Die Westküste an sich mit der geliebten und gehassten Route
1 wird mir immer in Erinnerung bleiben.
Die Großstädte haben mich nur anfangs umgehauen, da sie sich
immer wieder wiederholten. Einige würde ich aber jederzeit wieder besuchen.
Seattle, eine der wirklich schönsten modernen Städte der
Welt. Vancouver, kommt von der Lage gleich nach Seattle. New York! Immer wieder
New York, die beste Stadt der Welt, nach Villingen und Stuttgart! Memphis,
unglaubliche Stadt! New Orleans, die Perle im Süden! LA, riesig, aber einfach
ne typische Großstadt…dafür die nettesten Schwaben außerhalb vom Ländle!
Im Nachhinein würde ich sagen, hätten wir uns weniger auf
Städte und mehr auf die Nationalparks und die Natur einlassen sollen. Die
Besuche im Yellowstone und in den anderen Nationalparks waren unbeschreiblich
und das Campen, wenn auch in einer eher unbekannten Gegend, war übertrieben
fett! Klar locken die USA und Canada mit vielen Metropolen, doch die
Landschaften sind hier wirklich wie gemalt und hier gibt es wirklich noch Orte,
wo man für sich allein sein kann.
Nun ja, jetzt geht es noch an die Danksagungen!
Als erstes möchte ich mich bei Lisa bedanken, die mich am
Anfang begleitet und dann hat elleie reisen lassen.
Ein zweites riesen
Dankeschön geht an meine Eltern! Einfach so!
Ein weiteres Dankeschön geht an meinen Bruder! Danke für die
Herberge und alles was du mir/uns ermöglicht hast!
Ein kleines Danke an den Hühny, weil er auf Lisa aufgepasst
hat und in unserer Wohnung gewohnt! :D Und ein großes Danke für den einen Anruf
in Vegas!
Ein wirklich fettes Danke (mit hundert Ausrufezeichen) geht
an meine Reisekumpanen/Schützlinge/Mitstreiter/Freunde Jonas und David! Die Zeit
mit euch war der Hit! Ich entschuldige mich für allen Scheiß, den ihr euch von
mir habt anhöre müssen :D und freue mich über jedes Lebenszeichen von euch! Ich
seid coole Schweine! Außerdem wünsche
ich euch unglaublich viel Spaß und Erfolg auf eurer weiteren Reise (und Jonas
eben das Übliche…mir zu kurzen Armen)!!! Auf euch wartet ne fette Poutine, wenn
ihr heim kommt!!!!
| der Weg von drei verdammt starken Typen trennt sich... :( |
Auch noch ein Danke an alle Blogleser, Freunde die sich
gemeldet haben, Postkarten empfangen oder sich welche gewünscht und keine
bekommen haben und natürlich allen Couchsurfighosts!!
Das war’s!
Au revoir, jetzt wirklich!
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